KONTAKT

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Art von Frei
Brunnenstr. 187
10119 Berlin
T +49 (0) 30 47 59 54 50
info@artvonfrei.gallery

Öffnungszeiten
Dienstag - Freitag: 12 - 18 Uhr
Saturday: 12 - 16 Uhr
+ Besuch nach Vereinbarung

Wegbeschreibung
Direkt gegenüber der U8 Haltestelle Rosenthaler Platz Ausgang Brunnenstraße. Zwischen Torstrasse und Invalidenstrasse.

 

Name *
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Brunnenstraße 187
10119 Berlin

+493047595450

Art von Frei is a gallery for contemporary art based in Berlin Germany. Represented artist include Jim Avignon,  Fehmi Baumbach, Aviv Benn, Sascha Boldt, Jos Diegel, Thomas Draschan, Ottmar Hoerl, Ruth Luxenhofer, Eva Moll, Jens-Ole Remmers, Ann Schomburg

GASTKÜNSTLER // "INTO THE DEEP END"

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GASTKÜNSTLER // "INTO THE DEEP END"


  • Art vo Frei 187 Brunnenstraße Berlin, Berlin, 10119 Germany (map)

"INTO THE DEEP END"

OPENING
Freitag, 21.04.2017, 18:00 – 22:00

Paris Giachoustidis
Wolfgang Lugmair
Ulrik Møller
Clement Page
Otavio Schipper


Curated by Peter Ungeheuer
Opening speech by Tina Sauerländer

DAUER
22.04. – 20.05.2017

ÖFFNUNGSZEITEN
Dienstag – Freitag: 12:00 – 18:00
Samstag: 12:00 – 16:00
+ nach Vereinbarung

BESONDERE ÖFFNUNGSZEITEN WÄHREND DES GALLERY WEEKEND
28.04.2017, 12:00 – 21:00
29.04.2017, 12:00 – 21:00
30.04.2017, 11:00 – 21:00
GALLERY BREAKFAST
Sonntag, 30.04.2017, 11:00 – 15:00

 

INTO THE DEEP END

Eine Wasserfarbenausstellung? Nur mit Männern? Zumindest in Deutschland klingt dieses Konzept auf den ersten Blick etwas seltsam.

Wir stellen sehr unterschiedliche Sichtweisen, Techniken und Materialien zum Thema Wasserfarbe aus. Da wir nur fünf gerahmte Arbeiten in der Ausstellung zeigen, wird die Varietät der Ansätze in einsehbaren Mappen mit weiteren Arbeiten der Künstler ersichtlich. Ich bin froh und gleichzeitig dankbar, dass alle beteiligten Künstler zugesagt haben, die Arbeiten so unkonventionell zu zeigen. Auch daher der Ausstellungstitel, den man ja auch mit „Sprung ins kalte Wasser“ übersetzen könnte.

Die Künstlerliste umfasst in Berlin meist (zu) wenig gezeigte künstlerische Positionen, sowohl etablierte als auch junge Künstler. Meist sind sie nicht für ihre Aquarelle bekannt. Zu Unrecht, wie ich meine. Vielleicht ein paar einführende Worte eines Kunstliebhabers, der kein studierter Kunsthistoriker ist.

Otavio Schipper (*1979, Brasilianer, lebt und arbeitet in Rio de Janeiro) ist bekannt für großformatige Installationen, die sich mit naturwissenschaftlichen Phänomenen, anachronistischen Mechaniken, der Kommunikation von Maschinen oder auch Wissenschaftsgeschichte beschäftigen. Interessanterweise ist er ja auch ausgebildeter Physiker, der nicht nur deswegen tiefer in (seine) Materie einsteigt als die meisten Künstler und in seinen Arbeiten durchaus „alternative“ Fakten oder Biographien erfindet. Er begleitet uns dabei, unsere eigene Welt neu zu entdecken und zu hinterfragen, visuell und häufig auch akustisch. In der ihm eigenen Ästhetik ergänzt er diese Weltsichten durch begleitende Aquarelle, welche die Themen erneut aus einer weiteren Perspektive aufarbeiten.

Clement Page (*1967, Brite aus Bristol, UK) und seine Aquarelle (welche seit Jahren einen großen Anteil an seinem Gesamtwerk haben) verleiten zu einer ausführlichen kunsthistorischen Analyse. Ich unterliege der Versuchung nicht. Wir sehen einfarbige Motive (bzw. fast monochrom anmutende), welche den Eindruck eines Filmnegativs hinterlassen. Ein Negativ ist in der Kunst häufig ein Sinnbild für eine vorläufige Wahrnehmung, ein Zerrbild, aber auch die Herauskehrung von etwas Unbewusstem bzw. Träumerischen, die wir während des Schlafs erfahren können. Die Grenzen zwischen Figuration und abstrakter Malerei werden von Page ständig infrage gestellt, unsere eigene Perzeption auf den Prüfstand gestellt.

Ulrik Møller (*1962, Däne, lebt und arbeitet in Berlin), noch ein Naturwissenschaftler. Bekannt durch auch technisch beeindruckende Ölmalerei, hat er uns einige frühe Aquarelle zur Verfügung gestellt, welche bereits heutige Themen aufgreifen. Seine Wasserfarben sind nur auf den ersten Blick monothematisch und monochrom. Hinter jedem Motiv verstecken sich kleine Abgründe; die vordergründige Ästhetik eines Hubschraubers oder eines Berliner S-Bahnhofs verleitet uns zu mehr Fragen als Antworten.

Wolfgang Lugmair (*1976, Deutscher, Wahl-Berliner) ist bekannt für seine eigene, reduzierte wie puristische Sichtweise auf die Malerei. Er ist unter anderem beeinflusst von Volkskunst aus mehreren Kulturkreisen, fernöstliche Malerei und auch europäische mittelalterliche Buchmalerei. Lugmair ist insofern eine besondere Position, als dass ihm erstens die Technik der Aquarellmalerei weniger zu interessieren scheint als andere. Auch seine verwendeten Materialien sind eher untypisch. Zweitens sind (bis auf eine Ausnahme) die Arbeiten keine reinen Aquarelle, er kombiniert sie mit Buntstiftzeichnungen zu ganz eigenen Bilderwelten. In seinen Arbeiten geht es meistens um Menschen in Alltagssituationen, mal ruhig, mal turbulent. Dennoch entsteht in seinen Arbeiten eine erstaunliche Ruhe, ohne stilisiert zu wirken; was zunächst als Figur erscheint, ist eben doch ein Mensch. Übrigens sind ein Teil der Arbeiten für diese Ausstellung letztes Jahr in Mexiko entstanden. Die Arbeiten werden in Kooperation mit der Galerie KWADRAT gezeigt, vielen Dank dafür.

Paris Giachoustidis (*1990, Grieche, Neu-Berliner) studiert seine Umgebung genau, ob persönlich oder im Internet. Diese Beobachtungen fließen als Ausgangsmotive in seine Arbeiten ein, er verarbeitet sie mit einer gewissen Distanz und zeigt uns auf subtile Weise die Absurdität unserer Zeit. Seine Malerei, sei es Öl, Acryl oder technisch photorealistische Zeichnungen sind ein perfides Spiel mit Themen wie Sexualität, überkommenen Ritualen oder gesellschaftlichen Exzessen. Gemeinsam ist den Arbeiten eine Inszenierung unterschiedlicher Techniken in ein und derselben Arbeit; technische Brillianz ist stets mit einem hohen Risiko des Scheiterns durch technisch naiv anmutende malerische Interventionen in der letzten Phase der Entstehung verbunden.

Dieser Text soll nur einen ersten Einblick in das Schaffen der fünf Künstler geben. An dieser Stelle nochmals der Dank an alle Beteiligten (auch dafür, dass ein Großteil der Arbeiten für diese Ausstellung entstanden sind) und Ihnen allen viel Vergnügen beim „Sprung ins kalte Wasser“ oder die Welt der Wasserfarben.

Peter Ungeheuer, Berlin, im März 2017

 

Bildnachweis: ©Kostas Kopailas